“…Die Goldwäscher hatten vier kleine Mölterl, jedes von ihnen aus einem einzigen Stück Holz und eineinhalb Schuech lang, eine gemeine Butte, ein hölzernes Schaff, eine eiserne Haue zum Sand fassen, ein kleines Schafferl, ein Fazinettl, einen eisernen Dreifuß,…”

Der kurze Auszug aus “Die Geschichte des Tauerngolds” von Rudolf Franz Ertl beschreibt welche Werkzeuge Bergarbeiter zu Ende des 16 Jahrhunderts in einer Goldwäscherei an der Donau verwendeten. Unter anderen durfte das “Fazinettl” nicht fehlen, ein kleines, strapazierfähiges Tüchlein, welches vielseitig eingesetzt wurde. Zur Arbeit, zur Säuberung der Geräte und Hände und schlussendlich nach getaner Arbeit wurde der wertvolle Inhalt aus den “Goldmölterl” in das Fazinettl gepackt und mit ins Tal genommen.
Nicht nur in der mühsamen täglichen Arbeit der Bergarbeiter tat das Stofftüchlein seine Dienste, auch im täglichen Leben. Viele Jahrhunderte wurde es als Taschentuch und Tuch zur Reinigung verwendet, bis es später sogar den Weg in die adelige Gesellschaft als Accessoire machte. Der Name Fazinettl geriet dabei immer mehr in Vergessenheit, Begriffe wie “Socktiachl” oder “Stofftaschentuch” wurden immer mehr verwendet, bis das kleine Stück Stoff gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die Entwicklung von Papiertaschentücher fast gänzlich verschwand.
“Die Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit und der Anspruch an höchste Qualität” in jeder Lebenslage hat uns dazu bewogen das Stofftaschentuch aufleben zu lassen. Mit weniger Umweltverschmutzung und einem direkten Draht zur Natur und lokaer Produktion haben wir bewusst das Wort “Fazinettel” gewählt. (Mit einem zusätzlichen e als Neuinterpretation des vergessen geglaubten täglichen Begleiters).
Wir haben nun die erste Charge der Stofftaschentücher produziert und freuen uns darauf den Weg zurück zum nachhaltigen Leben gemeinsam mit euch zu gehen.

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